Dossier 03 · Was mit uns lebt

Von den Mikroorganismen zum Mikrobiom.

Ein Bakterium oder einen Pilz zu sehen, heisst, einen Mikroorganismus zu beobachten. Von einem Mikrobiom zu sprechen, heisst, eine Gemeinschaft zu betrachten: ihre Funktionen, ihre Moleküle, ihre Gene und ihre Beziehungen zu einem Wirt und einem Milieu.

Bei Pflanzen

Wurzeln, Blätter, Stängel, Blüten, Früchte und innere Gewebe beherbergen unterschiedliche Gemeinschaften. Sie können zur Ernährung, zum Schutz und zu den Reaktionen auf das Milieu beitragen.

Bei Tieren und Menschen

Haut, Mund, Darm und andere Nischen beherbergen eigenständige Gemeinschaften. Sie erzeugen und verwandeln zahlreiche Moleküle, darunter manche flüchtige Verbindungen.

Der Holobiont

Dieser Begriff bezeichnet einen Organismus zusammen mit den Mikroorganismen, die mit ihm verbunden sind. Er hilft, die Beziehung zu denken, ohne die Identität und die relative Eigenständigkeit jedes Partners zu leugnen.

Ein wichtiger Gedanke

Leben heisst nicht, allein zu leben.

Je nach Partnern und Kontext können die Beziehungen nützlich, neutral, wechselnd oder ungünstig sein. Das Wort Mikrobiom bedeutet also weder dauerhafte Harmonie noch automatisch Krankheit.